Auf und davon

Nach 14 Tagen ist es so weit (21.04.22), wir haben das fehlende Umweltzertifikat erhalten und können unser Motel in Baltimore endlich verlassen. Also direkt auf zu Customs am Flughafen Baltimore, Papiere vorlegen und noch weitere Papiere entgegennehmen. Nach 10 Minuten sind wir durch und der Camper wird vom Zoll freigegeben. Da es erst Mittag ist, gehen wir direkt zum Hafen. Dazu muss man durch ganz Baltimore fahren. Am Hafen muss ein Escort-Service beauftragt werden, der einen auf das Hafengelände begleitet – alleine kommt man da nicht rein. Beim Escort angekommen, werden wir von einer gestressten Empfangsdame und einem dauernd klingelnden Telefon begrüsst. Die nette Dame erklärt uns, dass sich schon die ganze Woche die Lastwagen vor dem Hafen stauen und momentan kaum Jemand reinkommt und all ihre Begleitpersonen mehrere Stunden im Hafen stecken bleiben. Wir warten also 3 Stunden in den wir hoffen, doch wir schaffen es nicht mehr an dem Tag in den Hafen zu kommen. Also tauchen wir nochmals am nächsten Tag um Punkt 7 auf und können den Camper am Mittag in Empfang nehmen.

Leider folgt gleich darauf die Ernüchterung: Türe und Fenster wurden aufgebrochen und alle unsere Habseligkeiten waren weg. Da wir bei den letzten zwei Malen überhaupt keine Probleme bei der Verschiffung hatten, haben wir den Camper dieses Mal richtig vollgestopft und sogar Essensvorräte mitgenommen. Sackmesser, Lampen, Decken, Werkzeuge, Ersatzteile, Wanderschuhe, Jacken und sogar verbaute Geräte wie unser Beamer, Wasserfilter und Alarmanlagen waren weg. Dazu noch 40 andere Sachen. Etwas geknickt und geschockt brechen wir dann aber gleich auf und besorgen uns Ersatz für unser Schloss und das Fenster. Wir finden tatsächlich das notwendige Material. Zu unserem Glück finden wir auch noch einen sehr hilfsbereiten Mechaniker, der das neue Schloss anpasst und gleich einbaut, und das auch noch kostenlos. Einziger Gedanke danach: schnell weg hier. Wahrscheinlich wurde der Camper im abgesperrten Hafengelände aufgebrochen, da er so lange dort rumstand. Aber trotzdem einfach nur unglaublich…

Unser Ziel: Staten Island vor New York City. Die ersten Tage verbringen wir zuerst einmal damit, ein paar wichtig Dinge zu besorgen, die gestohlen wurden, wie zum Beispiel Bettdecke und Vorräte.

Im Camper in einer Stadt zu übernachten ist nicht sehr glamourös und bedeutet auf Parkplätzen oder an Strassenränder die Nacht zu verbringen. Jedoch die Möglichkeit mit der kostenlosen Staten-Island-Ferry direkt nach Manhatten zu fahren, lohnt sich absolut. Die Bilder sprechen für sich.

Anschliessend fahren wir gleich nach Portland weiter. Wir möchten an Lilyas Geburtstag eine Lobster Roll am Meer essen. Man merkt, dass hier der Frühling noch nicht angekommen ist. Es hat 10 Grad, eine fiese Biese und gelegentlicher Regen. Zu unserem Bedauern sind viele Restaurants noch geschlossen. So müssen wir auf die harte Tour lernen, dass man sich genau davor informieren muss, wann, wo, was offen hat und ob bereits die Saison dafür ist. Leider ist das aber auch nicht immer einfach herauszufinden. Pünktlich zu Lilyas Geburtstag kommen die Sonnenstrahlen raus, wir essen eine Lobster Roll am Meer. Eine leckere, aber auch sehr teure Spezialität in Maine. Die 28 USD pro Brötchen sind unserer Meinung nach aber gut investiert. Lecker! Dafür gibt’s einen Geburtstagskuchen aus dem Walmart, den wir an einem wunderschönen Campingplatz mitten im Wald geniessen. Nach ein paar Tagen im Acadia National Park brechen wir nach Kanada auf.

Am 4ten Mai fahren wir total nervös an den Grenzübergang in Madawaska – Edmundston. Da die letzten Male an der Grenze vor 2 Jahren nicht so gut abgelaufen sind, sind wir extrem aufgeregt. Wir achten penibel darauf, alle Papiere bereit zu halten und alle verbotenen Früchte und Gemüse loszuwerden. Die Nervosität ist jedoch unbegründet. Die Kanadier sind sehr freundlich und obwohl sie den Camper auseinandernehmen, stellen sie mehr Fragen zum Camper selbst und wie er aufgebaut ist, als über den Inhalt und das, was wir alles mitführen. Von den sorgfältig zusammengestellten Dokumenten wie Fahrzeugpapiere, Versicherung, Umweltzertifikat und Import wollen sie gar nichts wissen. Der Grenzwächter haut uns den Stempel in unsere Pässe und wünscht uns eine tolle Reise durch das riesige Land.

Ooohhh Canada! Mehr dazu erzählen wir im nächsten Beitrag, jetzt entdecken wir zuerst mal Quebec, Montreal und fahren in Richtung der Niagara Fälle.

Bis dahin, bleibt gesund.

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