Holpriger Start

Es ist schon eine Weile her, seitdem wir uns gemeldet haben. Die Pandemie hat sich doch noch eine Weile hingezogen und wir hatten uns entschieden, zurück zur Arbeit zu gehen und unseren Camper noch etwas aufzurüsten, bevor wir einen neuen Start wagen würden.

Erster Plan war es Sommer 2021 noch einen Versuch zu starten, doch die Grenzen waren noch immer nicht geöffnet. Dann die Erleichterung: USA haben die Grenzen im November geöffnet. Zu dieser Zeit steckten wir noch tief im Umbau des Campers. Also planten wir auf Anfang 2022 und wie erwartet wollten wir die Neujahrs Corona Welle abwarten und haben die Verschiffung auf Anfang März gebucht. Wie schon zwei Jahre zuvor, hatte das Schiff dann über einen Monat Verspätung, aber unser Broker konnte uns kurzfristig noch auf einen früheren Frachter unterbringen. Dieser hatte auch wieder 2 Wochen Verspätung und ist nicht wie geplant am 19.03.22 angekommen, sondern am 02.04.22. Aber so Erfahren wie wir sind, haben wir unseren Flug kurzfristig gebucht und es hat fast einwandfrei geklappt für unsere Verhältnisse. Das Sicherheitsunternehmen am Abflughafen wollte uns zuerst das Boarding verweigern, da wir keinen Rückflug gebucht hatten. Also Rückflug gebucht, eingestiegen und wieder storniert.

Verschiffung in Bremerhaven

Angekommen in den USA, konnten wir 3 Tage Washington entdecken und wollten dann voller Vorfreude den angekommenen Camper in Empfang nehmen. Also sind wir nach Baltimore umgezogen und waren mit all unseren Papieren bereit die Einfuhr am Flughafen zu machen. Die Ernüchterung kam prompt. Ein Dokument von der EPA für ein Umweltzertifikat hat gefehlt (hatten wir 2 Jahre zuvor auch nicht). Nach langen Diskussionen mit verschiedenen Personen, mussten wir einen Antrag an die EPA stellen. Scheinbar muss man dieses Formular vor der Verschiffung ausfüllen, da es bis zu vier Wochen für die Genehmigung gehen kann (wenn man sie überhaupt bekommt). Obwohl wir unsere Situation den Behörden erklärt hatten und dass unser Camper schon im Hafen steht, liessen sich diese nicht erweichen und sagten uns, dass wir jetzt warten müssen, bis wir an der Reihe sind.

Wir sassen also in unserem Hotel in Baltimore und konnten live im Internet verfolgen welche Delikte wo und wann begangen wurden. Schüsse waren auch nachts zu hören und es schien eine ständige Anspannung über der Stadt zu hängen. Laut Politiker sieht es so aus, dass 2022 schon jetzt traurige Rekorde bricht, was die Gewalteskalation betrifft. So viele Tote durch Schusswaffen wurden wohl noch nie verzeichnet in Baltimore.

Nachdem wir die Behörden nochmals angefleht hatten, uns doch noch schneller das Zertifikat zu geben und sie uns abgewiesen haben, sind wir aus der Stadt raus und sind nun in der Nähe des Flughafens untergebracht. Viel können wir nicht machen, da die Preise für Hotels, Mietautos und Lebensmittel explodiert sind. In den nächsten Tagen müssen wir wohl neue Pläne schmieden und damit rechnen, dass wir den Camper erst in ein paar Wochen abholen können.

Es ist schon etwas deprimierend, dass man sich noch so gut vorbereiten kann, immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt, aber wir versuchen wie immer das Beste aus der Situation zu machen. Anton und ich sind nun in den vier Jahren, in denen wir zusammen sind, flexible Überlebenskünstler geworden und bauen immer auf die Unterstützung des Anderen und das hat soweit immer funktioniert.

Drückt die Daumen für uns und wir melden uns, wenn wir endlich unsere Reise im Camper beginnen können.

Bis dahin bleibt sicher und gesund.

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