Amerika, das Land der grenzenlosen Zäune

Es ist doch schon eine Weile her, seit wir uns zuletzt gemeldet haben.

Wir waren unterwegs zum Yellowstone Park, obwohl wir schon eine Vorahnung hatten was uns dort bevorstehen könnte. Unsere schlimmsten Befürchtung haben sich dann auch bewahrheitet, nicht nur der Yellowstone Park war zu, sondern auch die öffentlichen Strassen durch den Park. Wir sind an dem Tag auch noch in ein regelrechtes Schneegestöber geraten, was die Schliessung der Strasse zur Folge hatte. Also haben wir umgedreht und wollten uns auf einem Parkplatz am See schnell stärken und beraten, wie es weiter gehen sollte. Am Rastplatz angekommen, haben wir schon wieder die weissen Schilder gesehen, die entweder die Schliessung des Platzes bedeuten, oder das man nicht zahlen muss, weil die Toiletten und das Informationszentrum geschlossen sind. Die Schranken waren oben und weit und breit Niemand im Schneegestöber zu sehen, also könnten wir ja sicher mal schnell die Beine vertreten. Keine 10 Minuten später stand schon ein Polizist da und fragte Anton, ob wir für die Bewilligung bezahlt hätten. Anton verstand ihn vom Weitem nicht und ist auf ihn zugegangen um ihn besser verstehen zu können. Worauf dieser in einem grossen Satz zurückgesprungen ist und nur sagte: social distancing! Also haben wir unsere Sachen gepackt und sind weiter zum Bryce Canyon gefahren, der bis zu dem Zeitpunkt noch offen war.

Für die Nacht hatten wir ein schönes Plätzchen vor dem Bryce Canyon gefunden, natürlich auf Public Land. Das tolle an Utah ist, dass es hier sehr viel Land gibt, welches keine Zäune hat und die Öffentlichkeit benutzen darf. Das heisst für uns, campen wo man will und das gratis. Wir haben uns mittlerweile von kommerziellen Campingplätzen ferngehalten, da sie meistens nur für full hook up mit Wasser, Strom und Abwasser anbieten, was wir nicht brauchen, aber wir trotzdem bis zu 50 Dollar pro Nacht bezahlen müssen. Also schnell unser Nachtlager eingerichtet um am nächsten Tag den Bryce Canyon zu besuchen.

Am Morgen sind wir dann die letzten paar Kilometer zum Bryce Canyon gefahren. Unterwegs hatten wir schon ein ganz ungutes Gefühl, alle Geschäfte unterwegs waren zu und die ganzen Touristenmagnete um den Nationalpark wirkten wie Geisterstädte. An den Schranken des Bryce Canyons angekommen, wehten uns schon wieder diese weissen Zettel entgegen und die orangen Pilonen waren auch gut zu sehen. Zu unserem Glück war der Park aber offen, bezahlen musste man auch nicht, weil die ganzen Einrichtungen geschlossen waren. Umso besser für uns! Wir konnten in aller Ruhe von Spot zu Spot fahren und uns von der tollen Landschaft begeistern lassen und dies ohne Menschengetummel. Am Nachmittag hat aber der Himmel zugezogen und es hat angefangen zu schneien.

Da wir nun aber doch das kalte Wetter etwas satt hatten, fuhren wir weiter nach Arizona. Erster Halt Horse Shoe Bend. Auch hier hat die Tourismusbranche keinen Halt gemacht und wir fuhren an eine neu gebaute Schranke und Parkplatz heran, den wir bezahlen mussten. Aber zum Glück war es überhaupt offen. Also sind wir dem Weg entlang zum Aussichtspunkt, haben mit ein paar einsamen Touristen Fotos gemacht und sind dann auch weitergefahren. Es war wunderschön, doch die vorgefertigten Wege und die Absperrungen haben doch ein bisschen den Zauber genommen. Da wir keinen Campingplätze in Arizona gefunden haben, sind wir zurück über die Grenze nach Utah. Die Nacht war sehr stürmisch und wir waren gezwungen mit geschlossenem Dach zu übernachten. Wir wissen jetzt das es geht, auch wenn es nicht sehr erholsam war :-).

Am nächsten Tag sind wir aufgebrochen zum Grand Canyon, entlang den endlosen Zäunen und weiten Wüsten.

Zäune über jeden Hügel

Angekommen hat uns ein grosses Schild begrüsst: Grand Canyon closed. Naja, Arizona ist gross und bald sollten auch die Kakteen blühen, also weiter in den Süden und einen Übernachtungsplatz in den zahlreichen National Forest suchen. Auch dort wurden wir von orangen Pilonen begrüsst. Arizona hat es tatsächlich geschafft alle öffentlichen Plätze, National Parks, Wälder und Strassen zu schliessen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir richtig genervt, aber so blieb uns nicht anderes übrig als zurück nach Utah zu fahren. Unterwegs haben wir noch einen Halt am Monument Valley gemacht, der natürlich auch gesperrt war. Dies hielt uns aber nicht davon ab, noch ein paar Drohenflüge zu machen (was in gefühlt ganz USA verboten ist).

Momentan verstecken wir uns in den Canyon Lands und haben Moab als unsere Verpflegungsinsel auserkoren. Hier gibt es viel Public Land zum übernachten, viel zu sehen und es ist warm.

Als wir uns heute an Ostern, unser Alkohol und Essensvorrat aufgestockt haben, ist uns ein neuer Zettel an der Tankstelle aufgefallen, der an die „nicht Einwohner von Utah“ gerichtet war. Diese werden darin aufgefordert, nicht in Utah zu übernachten oder zu bleiben. Was das für uns bedeutet, ist uns nicht klar.

Wir verstecken uns auf jeden Fall mal und warten die nächsten zwei Wochen ab.

Hoffentlich bis bald und bleibt gesund!

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